KasselAssel-WorkShopTag an der Uni Kassel


Am vergangenen Freitag versammelten sich die "KasselAssel-Reporter", SchülerInnen der Johann-Amos-Comenius-Schule und des Wilhemsgymnasiums, zu einem Workshop an Universität Kassel, um über kommunalpolitische Themen in Schrift, Bild und Ton zu berichten.

Bild: Marcus Leitschuh (CDU) im Gespräch mit einer Schülerin des WGs über die Finanzierung von Schulgebäuden. (Foto: Anna Doergeloh)

Innerhalb des vierwöchigen Projekts, organisiert und durchgeführt von Studierenden der Universität Kassel, wurden den SchülerInnen im schulischen Unterricht die Institutionen, die Strukturen und die Entscheidungsprozesse der Kommunalpolitik näher gebracht. Schwerpunkt bildeten Schnittstellen der Mitbestimmung insbesondere junger Menschen. "In unserem Kinderreporter-Projekt geht es ja nicht nur um die Berichterstattung und um das UN-Kinderrecht auf kindgerechte Information. Genauso wichtig ist das Ziel, jungen Menschen zu zeigen, dass die Politik vor ihrer eigenen Haustür auch in jungem Alter mitbestimmt werden kann, insbesondere durch informelle Partizipationsformen", so Johanna Blumenstein, eine der 17 Mitglieder des studentischen OrgaTeams der Universität Kassel. "Trotzdem begreifen wir bereits die Berichterstattung über politische Themen, die die Kinder berühren, als eine Form von Partizipation. Junge Menschen verschaffen sich Öffentlichkeit - und können so indirekt etwas bewegen."

Der "KasselAssel-WorkShopTag" war für die beteiligten SchülerInnen eine wirkliche Herausforderung: In mehreren Workshop-Angeboten zu kommunalpolitischen Themenbereichen und in Video- und Audio-Schulungen konnten die angehenden LokaljournalistInnen den ganzen Tag über Einblicke in die ReporterInnen-Arbeit bekommen, der sie in der kommenden Woche im Rahmen des Schulprojekts nachgehen werden. Die vielfältigen Themen, mit denen sich die SchülerInnen beschäftigen beginnen direkt vor der eigenen Haustür: Warum gibt es so viele Schlaglöcher um unsere Schule herum, und sind diese nicht gefährlich? Wie können wir umsetzen, dass in unserer Schulmensa alle Schülerinnen einen Platz zum Essen finden? Wieso bekommen einige SchülerInnen ein Schulticket für den ÖPNV bezahlt, andere müssen es selber finanzieren oder laufen? Aber auch die stadtpolitischen Themen, die bereits in der Öffentlichkeit von erwachsenen diskutiert wurden, bewegen die SchülerInnen: Lohnt sich der Ausbau des Flughafens Kassel-Calden finanziell überhaupt? Gehen mehr BürgerInnen in das DEZ, wenn es erweitert wird, und leiden darunter die Geschäfte in der Kasseler Innenstadt?

Diese Fragen und noch viele weitere richteten die 12- bis 15 jährigen ReporterInnen an neun KommunalpolitikerInnen aus Kassel - Mitglieder der CDU, SPD, Bd. '90/ Grüne, der Kasseler Linken und der Piraten-Partei. Trotz anfänglicher Schüchternheit und einigen technischen Fauxpas konnten die jungen InterviewpartnerInnen mit Schlagfertigkeit punkten. Zu einem Interview zum Jugendbus „B-Weg-Punkt“ der Evangelischen Jugend Kassel äußerte sich Markus Leitschuh (CDU) deutlich beeindruckt: „Das war die stärkte Interviewerin, die ich je erlebt habe. Mit Witz, Wissen, Mut und einer ganz netten-harten Art. Respekt!“

Wie die fertigen Beiträge der jungen ReporterInnen letztendlich aussehen, steht noch nicht fest, denn in der kommenden Woche werden weitere Stimmen der Stadtverwaltung und der Kasseler BürgerInnen eingeholt. „Bei streitigen Themen gibt es immer mehrere Meinungen – deshalb reicht uns die Meinung einer PolitikerIn nicht aus. Wir wollen noch eine Umfrage machen“, erfährt man von einem jungen Schüler, der gerade das Kamera-Equipment eines Interviews einpackt. „Doch jetzt ist erstmal Wochenende – das gilt auch für Journalisten!“

Die fertigen Beiträge der SchülerInnen werden auf der Homepage des Projekts – www.kasselassel.de - veröffentlicht, zudem sind alle Interessierten zur Projektpräsentation am 9.9.2011 um 17 Uhr in das Foyer des Kasseler Amtsgerichts, Frankfurter Straße 9, eingeladen.